Die einflussreichsten Open-Source-Vertreter – oder nicht?
30.03.2010 – Mark Fidelman, Vice President Sales des Open-Source-orientierten US-Anbieters Mindtouch, hat zu ermitteln versucht, wer die „Most Powerful Voices (MPV)“ der Open-Source-Welt sind. Seine Liste bietet einige handfeste Überraschungen. So führt der Verleger tim O’Reilly mit haushohem Vorsprung vor Linux Torvalds. Dass Richard Stallman überhaupt nicht vorkommt, wird vor allen ihn freuen, denn in einen Open-Source-Kontext will er sich niemals gesetzt sehen. Andere sehr bekannte Persönlichkeiten fehlen, zum Beispiel Zack Urlocker, Jim Zemlin, Matt Aslett, Paula Hunter und Larry Augustin – dabei ist letzterer im Aufsichtsrat von (nicht nur) Mindtouch. Dafür darf sich schon als Kenner der Szene fühlen, wer die Hälfte der Personen auf den Plätzen 1 bis 50 kennt. Mir sagen viele der Namen jedenfalls überhaupt nichts.
Und das sollen dann die einflussreichsten Open-Source-Vertreter sein? Da habe ich doch eher Zweifel. Vor allen Dingen habe ich Zweifel an der Meßmethode des Mark Fidelman. Genaue Angaben zu der macht er nicht, was nicht gerade seriös ist. Bekannt ist lediglich, dass er Punkte vergibt, die sich daran bemessen, wie viele Follower einer auf Twitter hat, wie sein Google-Ranking ist etc. Woraus folgt: Wer nicht twittert, ist nicht einflussreich. Jetzt werden etliche Politiker und Banker in schallendes Gelächter ausbrechen. Ausnahmsweise lache ich mit ihnen.
Ludger Schmitz, freiberuflicher Journalist aus München.